Von der Forschung in die Wirtschaft

Die technologischen Grundlagen für den Industrial Data Space werden in der Forschung entwickelt. Von zentraler Bedeutung ist derzeit das Forschungsprojekt Industrial Data Space der Fraunhofer-Gesellschaft. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte vorwettbewerblich ausgerichtete Projekt startete zum 1. Oktober 2015 und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Die wichtigsten Punkte zum Forschungsprojekt im Überblick:

Im Rahmen des Forschungsprojektes Industrial Data Space arbeitet die Fraunhofer-Gesellschaft an diesen wesentlichen Zielen:

  • Entwurf und Beschreibung eines Referenzarchitekturmodells für den Industrial Data Space. Das Referenzarchitekturmodell beschreibt als konzeptionelles Modell nicht nur die softwaretechnische Basis des Industrial Data Space, sondern auch die notwendigen Schutz-, Governance-, Kooperations- und Kontrollmechanismen für die sichere Verarbeitung und den sicheren Austausch der Daten.
  • Prototypische Implementierung der Rahmenarchitektur in ausgewählten Use-Cases
  • Entwurf und Fortschreibung einer „Standardisierungslandkarte“
  • Entwurf der Geschäftsmodells der Stakeholder des Industrial Data Space
  • Entwurf des Zertifizierungskonzepts und eines Geschäftsmodells für die Zertifizierungsstelle des Industrial Data Space
  • Entwicklung einer Methodik für Anwender des Industrial Data Space, um Geschäftsstrategien entsprechend den neuen Anforderungen der Digitalisierung zu transformieren
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für den Betrieb des Industrial Data Space sowie Identifikation neuer Forschungsfelder zur nachhaltigen Entwicklung des Industrial Data Space

Das Forschungsprojekt ist in die Arbeitspakete Referenzarchitekturmodell, Software-Pilotierung, Use-Cases, Standardisierungsbeiträge, Zertifizierungskonzept, Geschäftsmodellinnovation, Handlungsempfehlungen, Institutionalisierung sowie Projektmanagement unterteilt.

Die Arbeiten folgen einem fest gelegten Zeitplan:

  • 30.06.2016 Präsentation des Spezifikationsdokuments der Schnittstellen der Connector-Komponenten und Bereitstellung eines Application Skeleton
  • 31.08.2016 Vorstellung des ersten Prototyps des Core Containers
  • Januar 2017 Erste Version des Broker liegt vor
  • April 2017 Veröffentlichung des Architektur-Dokuments
  • März 2017 Entwicklung des Trusted Connector mit erweiterten Sicherheitsmerkmalen wie Data Usage Control

Die Industrial Data Space Association ist in diese Prozesse eng eingebunden. Forschungsergebnisse, z.B. Softwarebausteine etc., werden den Mitgliedern des Vereins regelmäßig zur Validierung und Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt.

Zu den Leistungen im Rahmen des vorwettbewerblichen BMBF-Projektes gehören:

  • Durchführung von Workshops, um Use-Cases gemeinsam mit den Unternehmen zu spezifizieren
  • Erstellung eines Projektplans zur Umsetzung eines Piloten
  • Begleitung der Umsetzung
  • Realisierung der Kernkomponenten für den Industrial Data Space

 

Über das vorwettbewerbliche Projekt hinaus kümmert sich die Industrial Data Space Association um folgende Aufgaben:

  • Umsetzung des Piloten auf Unternehmensseite (insbesondere Datenverarbeitung)
  • Anbindung des Unternehmens an den Industrial Data Space

Eine Blaupause für den Datenraum

Das Referenzarchitekturmodell zum Industrial Data Space besteht aus vier Teilarchitekturen. Es wird eine Blaupause für den sicheren Austausch und die effiziente Kombination von Daten darstellen und kann für den Einzelfall konfiguriert werden.

Geschäftsarchitektur

Beinhaltet alle Konzepte, die aus ökonomischer Sicht wichtig sind, z.B. Data Governance, kooperatives Datenmanagement.

Daten- und Service-Architektur

Bildet mit AppStore, Broker und Connector den fachlich-funktionalen Kern des Industrial Data Space.

Software-Architektur

Beschreibt die Umsetzung der Daten- und Service-Architektur des Industrial Data Space.

Sicherheitsarchitektur

Beinhaltet verschiedene Sicherheitsaspekte, z.B. Verbindungssicherheit, Identitätsnachweise, Datennutzungskontrolle.

Rollenmodell

Daten verfügbar machen, beziehen und nutzen:

Das Rollenmodell des Industrial Data Space gewährleistet die notwendige Datensicherheit und digitale Souveränität –

hier das Zusammenspiel im Überblick.

Neue Standards für die digitale Wirtschaft

Wissenschaft und Wirtschaft verfolgen mit ihrer Arbeit für den Industrial Data Space das Ziel, einen neuen übergreifenden Standard für die Datenökonomie zu setzen. Bei der Entwicklung des Industrial Data Space wird auf bestehenden Standards aufgesetzt bzw. werden bestehende Standards einbezogen.

Hier wird die Industrial Data Space Association aktiv:

Gestaltung der Zertifizierungsmaßnahmen

Definieren und Umsetzen von Standards