Von der Forschung in die Wirtschaft

Die tech­no­lo­gi­schen Grund­la­gen für den Indus­tri­al Data Space wer­den in der For­schung ent­wi­ckelt. Von zen­tra­ler Bedeu­tung ist der­zeit das For­schungs­pro­jekt Indus­tri­al Data Space der Fraun­ho­fer-Gesell­schaft. Das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) geför­der­te vor­wett­be­werb­lich aus­ge­rich­te­te Pro­jekt star­te­te zum 1. Okto­ber 2015 und hat eine Lauf­zeit von drei Jah­ren.

Die wichtigsten Punkte zum Forschungsprojekt im Überblick:

An den Arbei­ten sind ins­ge­samt 12 Fraun­ho­fer-Insti­tu­te betei­ligt.

Die Arbei­ten sind eng mit­ein­an­der ver­zahnt und abge­stimmt mit der Platt­form Indus­trie 4.0. Pro­jekt­mit­wir­ken­de des For­schungs­pro­jekts arbei­ten in den Arbeits­grup­pen der Platt­form mit. Die Arbei­ten wer­den gelei­tet von Prof. Dr.-Ing. Boris Otto. Hier geht es zu einem Inter­view mit Prof. Dr.-Ing. Boris Otto zum The­ma „Siche­rer Daten­raum“.

Im Rah­men des For­schungs­pro­jek­tes Indus­tri­al Data Space arbei­tet die Fraun­ho­fer-Gesell­schaft an die­sen wesent­li­chen Zie­len:

  • Ent­wurf und Beschrei­bung eines Refe­renz­ar­chi­tek­tur­mo­dells für den Indus­tri­al Data Space. Das Refe­renz­ar­chi­tek­tur­mo­dell beschreibt als kon­zep­tio­nel­les Modell nicht nur die soft­ware­tech­ni­sche Basis des Indus­tri­al Data Space, son­dern auch die not­wen­di­gen Schutz-, Gover­nan­ce-, Koope­ra­ti­ons- und Kon­troll­me­cha­nis­men für die siche­re Ver­ar­bei­tung und den siche­ren Aus­tausch der Daten
  • Pro­to­ty­pi­sche Imple­men­tie­rung der Rah­men­ar­chi­tek­tur in aus­ge­wähl­ten Use-Cases
  • Ent­wurf und Fort­schrei­bung einer „Stan­dar­di­sie­rungs­land­kar­te“
  • Ent­wurf der Geschäfts­mo­dells der Sta­ke­hol­der des Indus­tri­al Data Space
  • Ent­wurf des Zer­ti­fi­zie­rungs­kon­zepts und eines Geschäfts­mo­dells für die Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le des Indus­tri­al Data Space
  • Ent­wick­lung einer Metho­dik für Anwen­der des Indus­tri­al Data Space, um Geschäfts­stra­te­gi­en ent­spre­chend den neu­en Anfor­de­run­gen der Digi­ta­li­sie­rung zu trans­for­mie­ren
  • Ablei­tung von Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für den Betrieb des Indus­tri­al Data Space sowie Iden­ti­fi­ka­ti­on neu­er For­schungs­fel­der zur nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung des Indus­tri­al Data Space
Das For­schungs­pro­jekt ist in die Arbeits­pa­ke­te Refe­renz­ar­chi­tek­tur­mo­dell, Soft­ware-Pilo­tie­rung, Use-Cases, Stan­dar­di­sie­rungs­bei­trä­ge, Zer­ti­fi­zie­rungs­kon­zept, Geschäfts­mo­del­lin­no­va­ti­on, Hand­lungs­emp­feh­lun­gen, Insti­tu­tio­na­li­sie­rung sowie Pro­jekt­ma­nage­ment unter­teilt.

Die Arbei­ten fol­gen einem fest­ge­leg­ten Zeit­plan:

  • 30.06.2016 Prä­sen­ta­ti­on des Spe­zi­fi­ka­ti­ons­do­ku­ments der Schnitt­stel­len der Con­nec­tor-Kom­po­nen­ten und Bereit­stel­lung eines App­li­ca­ti­on Ske­le­ton
  • 31.08.2016 Vor­stel­lung des ers­ten Pro­to­typs des Core Con­tai­ners
  • Janu­ar 2017 Ers­te Ver­si­on des Bro­kers liegt vor
  • April 2017 Ver­öf­fent­li­chung des Archi­tek­tur-Doku­ments
  • März 2017 Ent­wick­lung des Trusted Con­nec­tor mit erwei­ter­ten Sicher­heits­merk­ma­len wie Data Usa­ge Con­trol

Die Indus­tri­al Data Space Asso­cia­ti­on ist in die­se Pro­zes­se eng ein­ge­bun­den. For­schungs­er­geb­nis­se, z.B. Soft­warebau­stei­ne etc., wer­den den Mit­glie­dern des Ver­eins regel­mä­ßig zur Vali­die­rung und Wei­ter­ent­wick­lung zur Ver­fü­gung gestellt.

Zu den Leis­tun­gen im Rah­men des vor­wett­be­werb­li­chen BMBF-Pro­jek­tes gehö­ren:
  • Durch­füh­rung von Work­shops, um Use-Cases gemein­sam mit den Unter­neh­men zu spe­zi­fi­zie­ren
  • Erstel­lung eines Pro­jekt­plans zur Umset­zung eines Pilo­ten
  • Beglei­tung der Umset­zung
  • Rea­li­sie­rung der Kern­kom­po­nen­ten für den Indus­tri­al Data Space

 

Über das vor­wett­be­werb­li­che Pro­jekt hin­aus küm­mert sich die Indus­tri­al Data Space Asso­cia­ti­on um fol­gen­de Auf­ga­ben:

  • Umset­zung des Pilo­ten auf Unter­neh­mens­sei­te (ins­be­son­de­re Daten­ver­ar­bei­tung)
  • Anbin­dung des Unter­neh­mens an den Indus­tri­al Data Space

Eine Blaupause für den Datenraum

Das Refe­renz­ar­chi­tek­tur­mo­dell zum Indus­tri­al Data Space besteht aus vier Teil­ar­chi­tek­tu­ren. Es wird eine Blau­pau­se für den siche­ren Aus­tausch und die effi­zi­en­te Kom­bi­na­ti­on von Daten dar­stel­len und kann für den Ein­zel­fall kon­fi­gu­riert wer­den.

Geschäftsarchitektur

Beinhal­tet alle Kon­zep­te, die aus öko­no­mi­scher Sicht wich­tig sind, z.B. Data Gover­nan­ce, koope­ra­ti­ves Daten­ma­nage­ment.

Daten- und Service-Architektur

Bil­det mit AppSto­re, Bro­ker und Con­nec­tor den fach­lich-funk­tio­na­len Kern des Indus­tri­al Data Space.

Software-Architektur

Beschreibt die Umset­zung der Daten- und Ser­vice-Archi­tek­tur des Indus­tri­al Data Space.

Sicherheitsarchitektur

Beinhal­tet ver­schie­de­ne Sicher­heits­as­pek­te, z.B. Ver­bin­dungs­si­cher­heit, Iden­ti­täts­nach­wei­se, Daten­nut­zungs­kon­trol­le.

Rollenmodell

Daten ver­füg­bar machen, bezie­hen und nut­zen:

Das Rol­len­mo­dell des Indus­tri­al Data Space gewähr­leis­tet die not­wen­di­ge Daten­si­cher­heit und digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät –

hier das Zusam­men­spiel im Über­blick.

Neue Standards für die digitale Wirtschaft

Wis­sen­schaft und Wirt­schaft ver­fol­gen mit ihrer Arbeit für den Indus­tri­al Data Space das Ziel, einen neu­en über­grei­fen­den Stan­dard für die Daten­öko­no­mie zu set­zen. Bei der Ent­wick­lung des Indus­tri­al Data Space wird auf bestehen­den Stan­dards auf­ge­setzt bzw. wer­den bestehen­de Stan­dards ein­be­zo­gen.

Hier wird die Inter­na­tio­nal Data Spaces Asso­cia­ti­on aktiv:

Gestal­tung der Zer­ti­fi­zie­rungs­maß­nah­men

Defi­nie­ren und Umset­zen von Stan­dards