Daten wer­den zu Gütern und gewin­nen zuneh­mend an Wert. Das The­ma des letz­ten Stand­punkts führt zu einem wei­te­ren Kern­the­ma, mit dem sich die Mit­glie­der der Indus­tri­al Data Space Asso­cia­ti­on inten­siv aus­ein­an­der­set­zen: Wem gehö­ren wel­che Daten? Wer darf auf wel­che Daten zugrei­fen? Und wer nicht? Und: Wie kön­nen Daten gewinn­brin­gend genutzt und geteilt wer­den? Die­se Fra­gen müs­sen und soll­ten Unter­neh­men in der heu­ti­gen Zeit auf dem Weg in die Digi­ta­li­sie­rung beschäf­ti­gen.
In vie­len Unter­neh­men läuft mitt­ler­wei­le nicht nur die theo­re­ti­sche, son­dern auch die prak­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma. Doch gleich­zei­tig herrscht noch viel Unkennt­nis und Unsi­cher­heit rund um Daten­nut­zung und Digi­ta­li­sie­rung. „Für vie­le ist bei­spiels­wei­se Cloud-Com­pu­ting noch immer der ein­zi­ge Weg in die Digi­ta­li­sie­rung", weiß Lau­rent Schül­ler von der Cybus GmbH, seit Juli Mit­glied in der Indus­tri­al Data Space Asso­cia­ti­on. „Doch damit ist auch ein gewis­ses Sicher­heits­ri­si­ko ver­bun­den. Schließ­lich lie­gen  Daten, die in eine Cloud über­tra­gen und mit ande­ren Nut­zern geteilt wer­den, außer­halb der Reich­wei­te des Unter­neh­mens." Ein Risi­ko, das der Indus­tri­al Data Space gezielt und effek­tiv ver­mei­det, indem er eine sinn­vol­le Ergän­zung zum Cloud-Com­pu­ting und ein Netz­werk für den Aus­tausch sen­si­bler Daten bie­tet.
Im Indus­tri­al Data Space behält das Unter­neh­men grund­sätz­lich die Hoheit über sei­ne Daten. Gemein­sam beschlos­se­ne Data Gover­nan­ce-Regeln defi­nie­ren die genau­en Nut­zungs­rech­te und Zugriffs­be­rech­ti­gun­gen. Daten wer­den im Indus­tri­al Data Space lokal, in der Sphä­re des Daten­ei­gen­tü­mers ver­ar­bei­tet, bevor sie in einem genau defi­nier­ten Zeit­raum und Umfang mit der „Außen­welt" in Berüh­rung kom­men. Dafür sind indi­vi­du­el­le Abspra­chen und Rege­lun­gen zwi­schen Daten­ei­gen­tü­mer und -nut­zer not­wen­dig: Schließ­lich ist jedes Unter­neh­men anders, hat ande­re Pro­zes­se, Maschi­nen, Daten und Zie­le. Eine gemein­sa­me Leit­li­nie, an der sich jeder ori­en­tiert, kann die­sen Vor­gang ver­kür­zen. Dar­um hat sich die Indus­tri­al Data Space Asso­cia­ti­on das Ziel gesetzt, einen gemein­sa­men Data Gover­nan­ce-Stan­dard zu fin­den und zu for­mu­lie­ren.
Gemein­sa­me Rah­men­be­din­gun­gen zu defi­nie­ren, ist dar­um eines der Kern­the­men und eine der Kern­auf­ga­ben der Indus­tri­al Data Space Asso­cia­ti­on. Nur mit klar defi­nier­ten Data Gover­nan­ce-Regeln und -Pro­zes­sen kann der Unter­neh­mens­wert „Daten" genutzt und erhal­ten wer­den. „Es ist wich­tig, Klar­heit in das The­ma sou­ve­rä­ner und siche­rer Daten­aus­tausch zu brin­gen und eine Ver­trau­ens­ba­sis zu schaf­fen", erklärt Lars Nagel. „Die Indus­tri­al Data Space Asso­cia­ti­on bie­tet Unter­neh­men die Platt­form, sich auf Augen­hö­he zu begeg­nen, aus­zu­tau­schen und eine gemein­sa­me, stan­dar­di­sier­te Lösung zu fin­den."